Embrace the suck

Ich weiß, dass ich diesen Spruch schonmal in einem anderen Post erwähnt habe und kurz versucht habe zu erläutern, wie der zu verstehen ist, aber für mich hat dieser Ausspruch einer große Bedeutung und vor allem da wir jetzt auf das Ende dieses Jahres zugehen möchte ich diesem noch einen eigenen Beitrag widmen.

Ganz genau weiß ich grad gar nicht wann dieser Spruch in mein Leben trat, auf jeden Fall kam es im Zusammenhang mit einem Youtube Video welches ich gesehen habe. Ein Video von Nick Bare, Unternehmer, Bodybuilder und Ausdauerathlet. Ich habe begonnen seine Videos zu schauen während der Zeit in der ich mich auf meinen Triathlon vorbereitet habe. Nick Bare ist jemand, den ich, neben Ross Edgely, sehr schätze und als Inspiration nehme, wenn es um sportliche Ziele und Leistung geht. Nick hat sich in fünf Monaten auf einen Ironman vorbereitet, während er noch im Bodybuilding unterwegs war und viel Kraftsport betrieben hat. Ross Edgely werde ich sehr wahrscheinlich nochmal einen eigenen Post widmen, denn was der alles gemacht hat…. ALTER. Mehr bleibt da zumindest nicht zu sagen.

Auf jeden Fall gab es dann ein Video von Nick Bare, in dem er erklärt warum er sich für diesen Ironman angemeldet hat. Die Motivation dahinter ist traurig, wie ebenso schön. Seine Mutter hat ein paar Monate vorher den Kampf gegen den Krebs verloren. Er berichtet, wie sie, obwohl dessen, dass diese Krankheit in ihr war, nie aufgegeben hat und stets die positive Freudennatur war, wie sie auch die vergangen Jahre war. Sie wollte ihm dann sagen, was “Embrace the suck” für sie bedeutet. Für sie bedeutete es, auch im Angesicht dieser Lage den positiven Ausblick auf das Leben zu haben. Die Zeit zu genießen und wertvoll zu machen. In einem späteren Video, in dem er seinen Ironman Auftritt zeigt und dazu erzählt, spricht er aus, und das ist das, was ich wirklich inspirierend finde, was dieser Spruch, dieses Motto, für ihn bedeutet. In Anbetracht der Auffassung seiner Mutter und den Umständen, in denen sie diese Meinung vertreten hatte, ist seine Auffassung davon, dass egal wie groß der Schmerz auch ist, nichts vergleichbar damit ist, wenn man eine solche lebensbedrohende Krankheit hat.

Diese Einstellung hat irgendwie etwas in mir aufgesaugt. Ich kann diese Einstellung dazu absolut nachvollziehen und habe diesen Satz auch Tag für Tag im Kopf. Er kommt mir immer wieder in den Kopf, wenn ich beim Laufen bin. Die ersten Meter sind schwer, die letzten Meter sind schwerer. Und dann wenn ich denke, dass mir alles wehtut und ich eigentlich aufhören möchte, dann denke ich an diesen Satz und rufe mir ins Gedächtnis, dass es auf der Welt Menschen gibt, die weitaus größeren und mieseren Scheiß durchmachen, als ich wenn ich grad ein bisschen Aua in den Beinen habe. Wenn es Menschen gibt, die trotz beschissener Voraussetzungen, tödlichen Krankheiten, Hunger, Unterdrückung oder was auch immer, schaffen ihr Ding zu machen und positiv, sowie orientiert, zu bleiben dann schaffe ich das auch.

Das soll kein Vergleich mit anderen Gegebenheiten werden. Es soll nur mal deutlich ins Gedächtnis rufen, dass wir uns wegen Kleinkram anstellen und denken, dass es uns dauerhaft schlecht geht, weil das Fernsehbild rauscht und die Schuhe vielleicht etwas drücken. Ich möchte gar nicht anfangen weiter aufzuzählen, denn dann würde dieser Post 400 Seiten haben. Leute, es gibt andere Dinge, die vielleicht wichtiger sind als so ein banaler Quatsch. Jetzt wo ich das grad so tippe kommt mir in den Kopf, dass ich mal gelesen habe, dass in der italienischen Fußballliga ein Spieler abgesagt hat, weil sich beim Rasieren eine Haarwurzel entzündet hat. ….. Leider kann man hier keine Emojis machen oder warte mal … -_- … doch das geht. Ich hoffe man kann es erkennen.

Gary V, ein bekannter Investor und Social Media Schlaufuchs hat es mal folgendermaßen auf den Punkt gebracht.

“Your grandparents went through war and depression and now you are crying because you don’t have 1000 followers on social media? Get the f**k out of there.”

Gary Vaynerchuk

Man muss ja nicht gleich aufspringen und sagen, dass man die Welt retten will, aber zumindest im kleinen Rahmen etwas beginnen und zum Ende bringen, auch wenn es auf dem Weg dahin sehr viele Stolpersteine und deutsche Baustellen (jeder weiß, die sind hartnäckig) geben wird. Heute war ich beispielsweise im Fitnessstudio und habe ein paar andere Ansätze ausprobiert und meine Beine, der Rücken und eigentlich alles tat weh, aber wenn ich dann aufhöre, weil aua, dann kann ich mich tatsächlich nicht sonderlich ernst nehmen. Ich habe das Training beendet als es zu Ende war und es war einfach richtig gut.

Natürlich ist es etwas anderes, wenn man krank ist, verletzt ist oder ein Messer im Kopf stecken hat, aber wenn es der Standard an Schmerz ist und dann noch darüber hinaus geht dann ist es das Ganze wert. Es macht euch besser. Man verlässt diese sagenumwobene Komfortzone und stellt fest zu was man eigentlich fähig ist. Ich hätte mir auch nie ausmalen können, dass ich so von einem Tag auf den anderen 21 Kilometer laufen kann. Die Knie schmerzen, der Fuß schläft ein und man denkt sich, dass das nicht normal ist, aber “Embrace the suck”. Genieße diesen Prozess und nutze ihn, Wachse an der Unbequemlichkeit und das muss nicht mal sportlicher Natur sein. Sei es, dass man jeden Tag etwas früher aufsteht, eine Diät macht, etwas Neues lernt oder…. ja oder. Es gibt hier keine Grenzen.

Wann hast du denn das letzte etwas abgebrochen, weil es unangenehm wurde oder es einfach nicht lief?

Anderes Beispiel ist genau hier. Jetzt grad dieser Blog. Ich habe eben nicht immer eine glorreiche Eingebung, aber anstatt dass ich nichts schreibe und so vor mich hindöse, lasse ich mich einfach gehen und schreibe über irgendwas, was mich interessiert, mir in den Kopf kommt oder ich das Gefühl habe, dass es für Spiriteers nützlich sein könnte, um diese Einstellung, die dahinter steckt näher zu bringen und zum Leben zu erwecken.

Also überlegt euch mal was “Embrace the suck” für euch bedeutet. In welchem Zusammenhang kann es für euch eine Rolle spielen? Öffnet euch, seid ehrlich und hört auf euer Inneres und nicht auf diese weinerliche Stimme, die sagt, dass es reicht.

Nun hoffe ich doch mal, dass euch dieser Beitrag auch gefällt oder ihr zumindest bis hier gelesen habt und wünsche euch einen schönen Start in die Weihnachtswoche. Ich möchte schauen, dass ich über die Woche jeden Tag einen Beitrag verfasse; mal so wie hier jetzt oder mal kürzer. Ihr werdet es auf jeden Fall sehen.

Bis dahin alles Gute

Kevin

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Author: KevinB

Autor, Sportler, Reisender, Fotograf, Allesmacher. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und schreibe meine eigene Geschichte. Das ist es, worauf es ankommt. Ich bin Kevin und das hier ist mein Anfang.

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