Die Sache mit den Beinen

Wo fange ich denn mal an?

Wenn ich mich entscheiden müsste zwischen Armen und Beinen, dann würde ich wahrscheinlich die Beine wählen, obwohl man ohne Arme nicht in die Klamotten und Schuhe reinkommt. Aber ich bleibe dabei. Gehen und laufen zu können wo und wann ich will, das ist für mich eine wunderbare Freiheit und Möglichkeit, die sich mir eigentlich täglich bietet. Aber wieso laufe ich überhaupt so gerne?

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxie…. Daaaadadadadadadadaaaaa Dada dadadada ……. Usw (hat es jemand erkannt?)

Früher, also so in der 7ten Klasse und dann auch die folgenden Jahre war ich eher ein Drinhocker. Nach der Schule nach Hause, gegessen, Hausaufgaben gemacht (mehr oder weniger), in mein Zimmer und Playstation an. Das ging dann meist bis abends so. Natürlich habe ich auch was mit Freunden gemacht, aber wenn die sich mit der Zeit als nicht so dolle offenbaren, dann wird die Konsole doch eher zum Kumpel und so kam es, dass ich eben viel Zeit drinnen verbracht habe ohne eine Art von Bewegung.

Ich habe dann mal irgendwann ein Jahr lang Fußball gespielt und es dann auch wieder sein gelassen. Mit Kumpels mal etwas Bolzen ist echt cool, aber im Verein, das ist nichts für mich. Zu viele Spinner und im Nachgang muss ich sagen, dass mir da die eigene Leistung fehlt, die ich beim Laufen bringe und verspüre. Ich habe damals dann angefangen hin und wieder laufen zu gehen, aber eher, um mich zu bewegen und nicht, um laufen zu gehen. Das ist ein Unterschied.

Schnell ist die Lust daran auch verflogen und dann ging es wieder rein ins Zimmer.

Mit 16 oder 17 habe ich mich dann im Fitnessstudio angemeldet und gehe auch immer noch regelmäßig hin, mache aber inzwischen viel mit dem eigenen Körpergewicht.

Wie ich schonmal erwähnt hatte, habe ich lange Zeit Bodybuilding betrieben, allerdings daran dann die Lust verloren, weil es mir nicht mehr so viel gibt, wie ein Lauf in der Natur, bei dem man seine Grenzen überschreitet oder einfach auch mal genießt. Neulich war ich beispielsweise mit ein paar Leute unterwegs, die ihren eigenen kleinen Lauftreff haben. Das hat wirklich Spaß gemacht. Vor allem weil man eben etwas teilt und man sich gut gegenseitig antreiben kann.

Nun ja und vom Bodybuilding ging es dann über zum Ausdauersport, also hauptsächlich der Beinarbeit. Wenn ich mich mal daran erinnere, wie anstrengend es früher war 10 Kilometer zu laufen und mit dem aktuellen Stand, mit dem ist es gefühlt das einfachste der Welt.

Ich setze den Fuß vor die Tür, beginne zu traben und es läuft einfach. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn ich so unterwegs bin ist es wirklich schwer zu beschreiben was man da überhaupt fühlt. Lass es norddeutsches Schietwetter sein oder einfach Strecke, die zurück gelegt wird. Kilometer um Kilometer. Aber sicher ist, dass ich es liebend gerne mache. Der Rhythmus stimmt sich ein und dann passiert der Rest von selbst.

Ich möchte einfach liebend gern in Richtung der Ultraläufe.

Menschen, die 100km und mehr laufen bewundere ich, weil ich diese Distanz und diesen Willen, der dahinter steckt unheimlich faszinierend finde.

“When people do not understand you anymore, why you do the things you do, then you reached that point”

David Goggins

An diesem Punkt zu sein ist wirklich interessant. Man gibt nicht mehr viel darauf, was andere denken und macht einfach. Man setzt sich demnach umso mehr mit sich selbst auseinander, lernt und entwickelt sich. Hier und da stellt man sich gewisse Fragen und man beantwortet sie sich deutlich tiefgehender als wenn man sich ablenken lässt durch Social Media oder ähnliches.

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Author: KevinB

Autor, Sportler, Reisender, Fotograf, Allesmacher. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und schreibe meine eigene Geschichte. Das ist es, worauf es ankommt. Ich bin Kevin und das hier ist mein Anfang.