Denn was wir haben, das ist nichts und doch wieder alles

Oft habe ich schon davon gesprochen. Wir sollten Dinge nicht als selbstverständlich ansehen. Kleine Dinge wertschätzen. Erkennen, dass das was wir haben, das ist, was uns zu dem macht, der oder die wir sind.

“Ich behielte lieber das, was ich hab’, als daß ich, mehr begehrend, mich um die Möglichkeiten von allem bringe.”

William Shakespeare

Wer kennt ihn nicht den Willie. In der Schule gelesen und als nervig empfunden. So war ich eben in der Schule.

Genauso wie ich oft von den Dingen gesprochen habe, so habe ich auch mehrmals das Thema der Besitzlosigkeit erwähnt. Darauf hat mich ein Bekannter gebracht und hat mein Interesse daran geweckt. Den Ursprung hat dieses in einer Religion bzw. Glaubensrichtung, die ich unglaublich interessant finde. Der Buddhismus.

Wenn man dieses Wort hört, dann denken viele wahrscheinlich gleich an Mönche, die Ziegel zerschlagen und Nadeln durch Glas werfen. Aber dieser Weg birgt so viel mehr und ist meiner Meinung nach auch die tiefsinnigste Religion, die es da draußen gibt.

Besitzlosigkeit ist eine Tugend der buddhistischen Lehre und wurde so praktiziert, dass es den Mönchen untersagt war Dinge zu besitzen. Ganz einfach oder?

Kein eigenes Haus, kein Geld, nur sich selbst und die Lehre, dessen dem sie sich verschrieben haben. Dadurch, dass sie demnach nichts besaßen sollten die Ansprüche runtergeschraubt werden, um auch kleinste Dinge und Lebewesen des Lebens und der Existenz zu würdigen. Im Zuge dessen, dass die Mönche nichts besitzen, bleibt ihnen nichts übrig, als den reinen Moment zu schätzen und ihn in vollen Zügen zu genießen.

“Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen”

Buddha

Selbstverständlich müssen wir jetzt nicht auch auf alles verzichten und in orangenen Gewändern durch die Straßen ziehen, aber vielleicht sollte man auch mal zufrieden sein, dass man abends die Füße hochlegen kann. Mal ein Bad nehmen kann. Nach Anstrengung duschen kann oder auch einfach sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken kann.

Das sind für mich immer gute Referenzen. Ich habe nicht die besten Augen, aber kann immer noch sehen und die schöne Aussicht eines Punktes wahrnehmen.

Gestern war ein erfolgreicher Tag. Nach ca. 7 Jahren bin ich mal wieder über 30 Kilometer laufen gewesen. Mein Papa war mit und wir haben uns auf den Weg gemacht einmal um die Schlei zu laufen.

Für alle, die die Schlei nicht kennen: das ist ein Fjord und kein Fluss. Heimat der alten Wikinger und mit das Markenzeichen meiner Heimat.

Auf diesem 34 Kilometer Trip hatte ich nichts außer Trinken, etwas Essen, meine Schuhe, eine warme Jacke und meinen Papa dabei. Es war zum Ende anstrengend wie sau, Berg auf Berg ab, Wind kommt auf, Wind flaut ab. Die Knie schmerzen allmählich und die Beine, sowie der Popo fangen an zu brennen. Jetzt noch 8 Kilometer bis nach Hause. Aber alles was ich hatte war das was ich erwähnt habe und das Ganze dann noch zusammen mit Willen? Unschlagbar. Okay und vielleicht auch durch die Dose Redbull, die Papa noch besorgt hat. Aber jede Sekunde dachte ich mir:

1. Das ist grad so bescheuert, dass es wieder geil ist

2. Das grad mit meinem Papa zu machen ist der Hammer

Es bedarf nunmal eines gewissen Maßes an Kunst und Erfahrung da hinzukommen, dass man erkennen kann, was man alles hat, aber es ist auch kein Hexenwerk. Das einzige, was dazukommend wichtig ist, ist, dass man sich darauf einlässt und sich nicht von Meinungen, Produkten und so weiter was vorsagen lässt.

Das alles fängt mit deinen eigenen Gedanken an. Anstatt zu denken, was man gerne alles hätte, sollte man sich überlegen und aufschreiben, was man hat. Das fängt schon beim eigenen Denkvermögen an.

“Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.”

Buddha

So, das soll es für heute gewesen sein. Ich hoffe ihr könnt daraus etwas mitnehmen und für euch umsetzen. Viel Spaß noch und habt einen schönen Abend, Tag oder was auch immer, aber Hauptsache habt einen schönen Moment.

Kevin

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Author: KevinB

Autor, Sportler, Reisender, Fotograf, Allesmacher. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und schreibe meine eigene Geschichte. Das ist es, worauf es ankommt. Ich bin Kevin und das hier ist mein Anfang.

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