Einmal Bus bitte – die Sinfonie der Schlaglöcher

Meine Augen wandern vorbei an sandfarbenen Blättern und Bäumen, während sich der vierrädrige Kraftprotz den Weg bahnt, entlang von Straßen, die sich durch die Berge schlängeln. Sämtliche Vegetation am Straßenrand hat ihre Farbe verloren durch den Staub, der andauernd aufgewirbelt wird.

Neben mir eine ältere Dame, deren Kopf im Takt der Schlaglöcher auf meine Schulter knallt. Wach wird sie davon aber nicht. Der Staub und Sand, der aufgewirbelt wird macht sich auch im Inneren des Busses breit. Meine Nase und meinen Mund bedecke ich mit meinem Schal, einer oder einem Sheemag, wie man es anscheinend nennt, aber bei männlich oder weiblich weiß ich nicht weiter. Purer Luxus dieses Ding. Eine Strecke von ca 50 oder 60 Kilometern, die zwar schnell vergeht, das aber in knapp 6 Stunden. Dröhnend und hochtourig versucht der Fahrer das Gefährt hinaufzuzwingen mit Erfolg.

Hupend fährt er auf die Kurve zu, die man nicht einsehen kann, um zu warnen. Nur um dann zu sehen, dass ein LKW dahinter wartet und die Straße zu schmal für beide ist. Sein Assistent, oder der Kassierer, steigt aus durch die Tür, die nur durch eine Zange offen gehalten wird, welche oben auf der Tür steckt. Der Busgesellschaftsassistenzangestellte läuft am Bus entlang und gibt durch Klopfsignale Infos, wie weit noch gefahren werden kann. Es passt; der LKW fährt vorbei, allerdings so nah, dass ich praktisch ins Lenkrad greifen könnte. Keine 30cm zwischen uns, auf einer Straße, die geschätzt 6m breit ist, an einem Abhang, der gefühlt 20m tief ist. Zwischendrin wird noch angehalten, dass Zementsäcke abgeladen werden können, welche irgendwo auf dem Hinweg eingeladen wurden. Meine Nase ist trocken, mein Hals gleicht Staub. Eine Sahara auf vier Rädern. Ich bin der einzige nicht Nepalese im Bus, kann mich aber an Tilaks Bruder halten. Tilak ist mein Ansprechpartner hier im Land. Nach diversen Schotterpisten, Abhängen, Steigungen und Wasserübergängen sind wir dann angekommen in Bolde, wo ich die nächste Woche Zeit an einer Schule verbringen werde und verbringen kann.

Mal schauen was noch so kommt. Bis dahin.

Kevin

P.S. Respekt an das Netz hier. Ich liege grad im Bett in bestimmt 1,8 Kilometern Höhe, gefühlt im Nirgendwo und habe besseren Empfang, als zu Hause zwischen Schleswig und Eckernförde.

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Author: KevinB

Autor, Sportler, Reisender, Fotograf, Allesmacher. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und schreibe meine eigene Geschichte. Das ist es, worauf es ankommt. Ich bin Kevin und das hier ist mein Anfang.