Was ist genug?

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“Mehr, mehr, mehr”

Jedes Kleine kind… immer

Das soll jetzt nur eine kleine Einleitung sein, denn dieses mal möchte ich gerne aus dieser Einleitung eine Herleitung verfassen. Also “Was ist genug?”


In der letzten Woche ging es um das Thema der Entschleunigung und, dass wir viel zu oft nach immer mehr und immer mehr Größe streben, obwohl wir diese eigentlich schon in uns haben. Nur können wir diese nicht finden, wenn wir uns vom Äußeren mitreißen lassen und unser Innerstes vergessen bzw. gar nicht beachten.


Ein Mann den ich sehr bewundere ist Dieter Lange. Er hat viele Jahre in der Welt verbracht, hat verschiedenste Stämmer, Völker und Religionen besucht. Er hat in Klöstern in Asien gelebt und ist Berater von großen Firmen, in denen er westliches Wissen mit fernöstlicher Weisheit kombiniert.

Von Ihm stammt die folgende Aussage: “Das Wort, welches das Kind nach “Mama” und “Papa” lernt, ist das Wort “Mehr”.

Wenn wir in diesem Zusammenhang kein anderen Weg kennenlernen dann geht es immer so weiter. Wir wollen mehr hier von und mehr davon, ohne zu realisieren, dass es nichts zu gewinnen gibt, aber unser Ego will uns im Prinzip einreden, dass wir immer die höhere Stufe erreichen müssen. Die gibt es aber nicht, denn ein Ende, das ist nie in Sicht.

Umsätze können immer mehr gesteigert werden, Abschlüsse können immer mehr gesammelt werden und Rekorde können immer wieder gebrochen werden.


Worauf kommt es denn an?

“Du kannst dieses Spiel nicht gewinnen, sondern nur spielen”

Unbekannt

Da wir in diesem Leben nur spielen können auf dieser Bühne, die uns als Geschenk der Geburt gegeben wurde ist es ein Irrglaube, dass in “Mehr, mehr, mehr” oder “Größer, schneller, weiter” die Erfüllung liegt, die wir uns so sehr wünschen.

Stattdessen geht es darum, das Beste aus jedem Moment herauszuholen, damit wir uns dem Weg öffnen.

Stumpf formulierte Wahrheiten sind oft vergleichbar mit einer Aufgabe im Matheunterricht. Wenn es zu einfach ist, ist es sehr wahrscheinlich falsch.

Aber doch: “Der Weg ist das Ziel”

Was ist denn jetzt genug?

Jeder Moment, der sich dir offenbart hat Potential ein großartiger Moment zu sein, wenn du ihn auch als Moment wahrnimmst. Es sind die vielen kleinen Momente, die sich addieren zu einem großen schönen, um dann wieder festzustellen, dass es doch nur ein weiterer kleiner Moment war.

Diese Möglichkeit, dass du jeden Moment wunderbar und vor allem selbst gestalten bzw. wahrnehmen kannst ist das worauf es ankommt. Du brauchst nicht dieses “Mehr”, um etwas schön zu machen.

Das Geheimnis dabei?

Es liegt bereits alles in dir und wenn bereits alles in dir liegt, dann kannst du auch sehen was “Genug” ist. Du bist genug!

Es ist dein Weg, auf dem du für dich Momente erfahren kannst und sollst. Du sollst dich nicht nach anderen richten, die dich zu “höher, schneller, weiter” treiben wollen. Es geht um deinen Weg, auf dem du dein eigenes Genießen definierst.


Ein schönes Gedicht, welches ich auch durch Dieter Lange kennengelernt habe, ist das Folgende. Konstantinos Kavafis, Ithaka

Immer halte Ithaka im Sinn.
Dort anzukommen ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
Und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

Ithaka gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, in solchem Maße erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.

“Mache dich nun auf deinen Weg und genieße jeden Schritt, den du gehen darfst, um aus ihm zu machen den besten Weg, den du leben darfst. Strebe nicht nach mehr und noch mehr, sondern nach Glück und Fabelhaftigkeit, denn wenn du suchst nach eben dieser wirst du sehen, dass das Glück, welches du suchtest nicht liegt verborgen in der Ferne, sondern zum Greifen nahe, ganz nah bei dir.”

Kevin Berger

Bis nächste Woche

Kevin

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